Immer wieder werde ich gefragt, warum ich mich seit so langer Zeit und immer wieder mit Talenten und Stärken beschäftige. Und das ist meine Antwort:

Menschen blühen nur dann auf, wenn Sie das tun, was ihnen liegt und was ihnen Freude macht und einen Wert für andere hinterlässt.

Und das habe ich selbst erleben dürfen. Ich habe einen Beruf gelernt, für den ich nicht wirklich die notwendigen Stärken mitbrachte. Meine Neugierde, die Welt zu erforschen und zu verstehen, mein Wunsch nach neuen Herausforderungen und der Wunsch nach komplexen Aufgabenstellungen, waren in der Welt als Sekretärin eines Leiters für Materialwirtschaft nicht unbedingt gefragt.

Ich habe mich lieber neuen Herausforderungen gewidmet und insgeheim Konzepte erstellt, wie man es besser machen kann. Zum Glück war mein damaliger Chef offen und gab mir die entsprechenden Freiräume und Herausforderungen. Er gewährte mir den Freiraum, in dem ich mich mit meinen Stärken einbringen durfte. War aber auch immer wieder belustigt darüber, dass ich Woche für Woche wieder auftauchte und sagte: „Erledigt und was nun?“

Und mir war nicht wirklich bewusst, was für einen „modernen“ Chef ich hatte. Unabhängig von meiner Stellenbeschreibung übertrug er mir Verantwortungen, die so nicht für diese Position vorgesehen waren. Er sorgte dafür, dass ich im Flow sein durfte.

Und erst in meiner zweiten Anstellung als Sekretärin begriff ich, dass ich den falschen Beruf für meine Stärken gewählt hatte. Und so kam es, dass ich meine zweite Anstellung bereits nach wenigen Wochen hingeschmissen habe. Ich war zutiefst unglücklich und ging ein wie ein Pflänzchen, das sich im falschen Biotop befand.

Also machte ich mich auf die Suche nach einem neuen Biotop. Musste wohl am Chef und seinem Verhalten liegen, dass es mir so schlecht ging. Aber das war nicht so. Zumindest nicht in meinem Fall. Ich verstand, dass ich mit meinen Stärken nicht geeignet bin für einen Job, der viel Geduld und die Liebe für Struktur, Ordnung und Gewohnheiten benötigte.

Ich mag einfach die Symbolik von Pflanzen, um dies darzustellen. Wenn es um das Anpflanzen von Getreide, Gemüse und Co. geht, wird mir wohl fast jeder zustimmen. Ein Bauer, der seine Saat auf ungeeignetem Boden einpflanzt, ist ein dummer Bauer, wenn er dies nach erfolgloser Ernte im nächsten Jahr wiederholt. Ein schlauer Bauer denkt darüber nach, wie viel Sonne, Wasser und Dünger der Samen braucht, um zu gedeihen.

Mein ganzes Leben darf ich beobachten, mit welcher Hingabe meine Mutter im Frühjahr sich der Aufgabe widmet, dass ihre Samen gedeihen. Wie oft sie darüber nachdenkt, wann sie diese am besten umpflanzt und was die Chancen erhöht, dass sie am Ende viele Früchte erntet. Dann wiederum am Ende des Jahres auch mal zu dem Entschluss kommt, dass es sich nicht lohnt in ihrem Garten, Blumenkohl anzupflanzen.

Ich beschäftige mich seit 15 Jahren mit den Talentleitmotiven von Gallup und welche Denkmuster zu welchem Erfolg führen. Weil ich möchte, dass Menschen ihr Biotop finden, indem Sie sich voll entfalten können. Und weil ich mir wünsche, dass Führungskräfte öfter mal ihre Mitarbeiter fragen, wann sie aufblühen und wie sie unterstützen können.

Denn im Gegensatz zur Pflanze können Menschen sprechen und denken. Die Talentleitmotive sind für mich in dieser Denkwelt mittel zum Zweck: Sie dienen als Landkarte im großen Dschungel der Vielfältigkeit von Stärken und Einzigartigkeit.

Sie können Dich darin unterstützen zu erkennen:

  • Wie Du denkst, wahrnimmst und Dich verhälst!
  • Was Dich motiviert und woran Du Freude hast!
  • Was Sinn für Dich macht!
  • Wie Du Dich von anderen unterscheidest!
  • Wie Du andere wertschätzen kannst!
  • Was für Dich im Leben zählt!

Nichts ist lohnender als sich auf diese Suche zu machen und darum unterstütze ich seit fast 20 Jahren Menschen darin, ihr Biotop zu erkennen.

 

 

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.