Es ist immer wieder spannend für mich, mit Menschen über ihre Talentleitmotive nach Gallup zu sprechen. Vor Kurzem erst war ein Kunde geradezu vor den Kopf gestoßen, dass sein Talentleitmotiv Entwicklung ganz wenig ausgeprägt ist. Aus diesem Grund ist es mir an dieser Stelle wichtig, erst einmal grundsätzlich auf das Wording einzugehen.

Jeder Mensch hat seine ganz eigene Version von Begriffen. Ein Wort an sich ist lediglich eine willkürliche Aneinanderreihung von Buchstaben. Bedeutung erhalten Worte und Begriffe durch unsere Geschichte, die wir mit diesen Begriffen verbinden. Und in vielen Fällen können wir uns trotz der unterschiedlichen Geschichten ziemlich gut mit anderen Menschen unterhalten. Zumindest, wenn die Vorstellungen nicht sonderlich abweichen.

Bei den Talentleitmotiven handelt es sich um eine Beschreibung, wie Menschen wahrnehmen, denken und sich verhalten und die benutzten Begriffe für die Talentmotive bekommen somit eine ganz neue Bedeutung. Eine Bedeutung für die es aus meiner Sicht bisher nicht wirklich geeignete Begriffe gab.

Ein gutes Beispiel für hierfür ist das Talentleitmotiv „Entwicklung“ bei Gallup. Die meisten denken dabei, es sei ihre eigene persönliche Entwicklung gemeint. Gallup beschreibt damit aber einen Menschen, der daran interessiert ist, anderen bei ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Und das wiederum finde ich gerade spannend an den Talentleitmotiven, aber auch schwierig. Denn die Begriffe, bieten uns die Möglichkeit Sichtweisen auf Menschen zu erhalten, für die es bisher keine Begriffe gibt.

Das ist auch der Grund, warum ich die Talentleitmotive gemalt habe. Ein Bild, das die Motivation ausdrückt, die mit dem Talent einhergeht. Und so kam es, dass ich Menschen mit dem Talent Entwicklung als Menschengärtner bezeichne.

Denn ich erlebe es immer wieder, dass diese Menschen eine wahnsinnige Geduld haben, Menschen darin zu unterstützen, ihr Potential zu entfalten. Sie erklären gerne und helfen Menschen, dass sie ihr Potential entfalten können. Sie freuen sich, wenn „ihre Pflänzchen“ wachsen. Wie ein Gärtner, der sich daran erfreut, wenn sein Samen aufgeht. Dann kümmert er sich darum, dass das zarte Pflänzchen die passende Pflege erhält, um voll zu erblühen.

So betrachtet ist es für den Entwickler bereits eine Wertschätzung, wenn diese Fähigkeit als solche erkannt wird und er die Ermächtigung und Verantwortung offiziell erhält, dass er genau das tun darf: Menschen darin zu unterstützen, sich zu entwickeln. Als Zuständiger für Auszubildende, Mentor für neue Mitarbeiter oder als Führungskraft, wenn dieser die Zeit und den Raum erhält, diese Motivation ausleben zu dürfen. Hier gibt es noch viel Luft nach oben, dieses brachliegende Potential zu entdecken und zu fördern.

Wenn ich mit Teams ihre Talente erarbeite, erkläre ich im ersten die Motivation, die hinter den Talenten steckt. Dann bitte ich die Menschen mit diesem Talent zu erzählen, für was sie wertgeschätzt werden wollen. Und dann überlegen wir gemeinsam, wie diese Person sich einbringen kann. Es ist schön, zu erleben, dass gerade der Entwickler dann offiziell mehr Raum erhält, sich einzubringen. Er wird eingeladen, seine Sichtweise einzubringen und was er glaubt, wie sich die einzelnen Menschen im Team entwickeln können.

Und die Einladung ist in den meisten Fällen Grund genug für den Entwickler, sein Bestes zu geben. Gerade dann, wenn er spürt, dass es als Geschenk angesehen wird.

Die Einladung macht für ihn den kleinen aber feinen Unterschied. Sein Potential ist nicht nur ein Teil seiner Stellenbeschreibung, sondern ist ein willkommenes Geschenk das zur gemeinsamen Entwicklung beiträgt.

 

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